Exkursion zur ehemaligen kommunistischen Höhlendruckerei in der Fränkischen Schweiz

Samstag, 20. März 2021, 19.00 Uhr, Treffpunkt TSV Königstein Sportplatz
92281 Königstein
, Neuhauser Str. 40

Wanderung mit Ann-Kathrin Söhnlein

Kurz bevor die Nationalsozialisten im Februar 1933 die KPD verbieten, schaffen Parteimitglieder eine Druckmaschine in die Nürnberger Gartenstadt, ein traditionelles Arbeiterviertel. Die Mechanik ist so laut, dass die Kommunisten nach kurzer Zeit aufhören. Zu groß ist die Gefahr, entdeckt zu werden. Die KPD beauftragt den Widerstandskämpfer Ludwig Göhring, die Widerstandsblätter von nun an unter Tage zu drucken. Eine Höhle in der fränkischen Schweiz wird so für kurze Zeit zur „Untergrund“-Druckerei. Dann holt der Terror der Nazis die jungen Leute ein. – Mitten im fränkischen Kletterparadies Veldensteiner Forst liegt die Höhle, in der Ludwig Göhring im Auftrag der KPD bis August 1933 Flugblätter gedruckt hat.

Ann-Kathrin Söhnlein ist Lehrerin und Schulpsychologin im Landkreis Amberg-Sulzbach.

„Konformistische Rebellen“ – Einführung und Buchvorstellung zum autoritären Charakter

Mittwoch, 03. März 2021, 19.00 Uhr, Capitol _Bild & Bühne
92237 Sulzbach-Rosenberg, Bayreuther Str. 4

Vortrag und Diskussion mit Ingo Elbe und Andreas Stahl

Weltweit feiern Populisten Erfolge. Viele Menschen rebellieren und unterwerfen sich zugleich irrationalen Autoritäten. Woher aber stammt dieses Bedürfnis? Die Suche nach Antworten führt zur Theorie des autoritären Charakters. Sie untersucht, wie Menschen unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen das Bedürfnis nach Unterwerfung unter irrationale Autoritäten entwickeln und ebenso irrationale Feindbilder hervorbringen. Ingo Elbes Vortrag stellt das ursprüngliche Programm der Autoritarismusforschung vor, wie es von der kritischen Theorie der Frankfurter Schule, insbesondere von Erich Fromm, in den 1930er Jahren entwickelt wurde.

In rund 20 Aufsätzen diskutieren die Autorinnen und Autoren des Sammelbandes „Konformistische Rebellen“ das Erklärungspotenzial der Theorie des autoritären Charakters angesichts veränderter gesellschaftlicher Bedingungen. Mitherausgeber Andreas Stahl führt in einige dort abgebildete Streitfragen und Diskussionen rund um die Theorie des autoritären Charakters ein.

Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg. Letzte Publikationen: „… it’s not systemic“. Antisemitismus im akademischen Antirassismus, in: Till Randolf Amelung (Hg.), Irrwege. Analysen aktueller queerer Politik, Berlin 2020, und „The Anguish of Freedom. Is Sartre’s existentialism an appropriate foundation for a theory of antisemitism?”, in: Antisemitism Studies (1) 2020.

Andreas Stahl studiert Philosophie an der Universität Oldenburg und ist Mitherausgeber des Sammelbandes „Konformistische Rebellen. Zur Aktualität des autoritären Charakters“, der 2020 im Verbrecher Verlag erschienen ist: www.verbrecherverlag.de/book/detail/1025

–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–

Geschlechterbilder in der extremen Rechten und die Rolle(n) von Frauen in der rechten Szene

Donnerstag, 18. Februar 2021, 19.00 Uhr, Capitol _Bild & Bühne
92237 Sulzbach-Rosenberg, Bayreuther Str. 4

Vortrag und Diskussion mit Stefanie Barth

Ungeachtet dessen, dass Frauen* tragende Rollen in der rechten Szene besetzen und Geschlechterkonstruktion in der rechten Ideologie einen zentralen Platz einnimmt, bleiben die Themen um Geschlechtlichkeit und die Rollen von Frauen* in der Analyse der extremen Rechten bis heute unterbelichtet. Rechtsextremismus wird häufig als männliches Phänomen wahrgenommen. In dem Vortrag der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus wird grundlegendes Wissen zu Geschlechterbilder in der extremen Rechten vermittelt und sich mit den Geschlechterverhältnisse sowie Weiblichkeitsvorstellungen in rechter Ideologie auseinandergesetzt. Vor diesem Hintergrund wird beispielhaft auf die Thematisierung und Inszenierungen von Geschlechtlichkeit und Rollen von Frauen* in der rechten Szene eingegangen.

Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern ist Ansprechpartnerin für alle, die sich gegen Rechtsextremismus und menschenfeindliche Ideologien einsetzen, oder mit rechten oder menschenfeindlichen Vorfällen konfrontiert sind. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.

–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–

Terror und Transgression: Zum Verhältnis von Rechtsterrorismus und Meme-Culture

Mittwoch, 02. Dezember 2020, 19.00 Uhr, Capitol _Bild & Bühne
92237 Sulzbach-Rosenberg, Bayreuther Str. 4

Vortrag und Diskussion mit Vid Stevanovic

Während die Berichterstattung zur Corona-Pandemie derzeit die öffentlichen Debatten dominiert, hat sich Deutschland in den letzten Monaten endgültig zum international prominentesten Standort in Sachen Rechtsterrorismus entwickelt: Die Theorie kommt dem Terror nicht hinterher. Neben den vernetzt agierenden Zellen (Nordkreuz, Gruppe S. etc.), sind es vor allem die (vermeintlichen) Einzeltäter, die einen Anschluss an den globalen Rechtsterrorismus knüpfen. Die Attentäter teilen eine bestimmte ästhetische und mediale Praxis. Dem inszenierten Spektakel des Terrorakts ist die „Memetic Warfare“ vor- und nachgelagert: In Chatgruppen, Discord-Channels und auf Imageboards wird die Verbindung von Ideologie und Terrorakt hergestellt. Dabei zählen Praktiken wie Ironie und Tabubruch zu den dominantesten Strategien. Der Vortrag wird diesem Verhältnis nachgehen, um zu klären, wie diese Praktiken rechte Ideologie zu ihrer mörderischen Konsequenz bringen. Vid Stevanović arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an dem Graduiertenkolleg „Funktionen des Literarischen in Prozessen der Globalisierung“ an der LMU in München.

–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–

Antisemitismus 2.0 – Judenhass im Internet

Freitag, 13. November 2020, 19.00 Uhr, Kettelerhaus
92237 Sulzbach-Rosenberg, Kettelerstraße 21

Vortrag und Diskussion mit Markus Weiß

Antisemitismus als irrationales Weltdeutungssystem wird durch Sprache ständig reproduziert und tradiert. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, welche Manifestationsformen von Judenhass sich dabei erkennen lassen, wie uralte judeophobe Stereotype sich an aktuelle Ereignisse anpassen und welche besondere Rolle das Internet bei der Verbreitung von Antisemitismen hat.

Markus Weiß ist Mediengestalter und Sprachwissenschaftler. Er arbeitet an der Technischen Universität Berlin im DFG-Projekt: „Verbal-Antisemitismen im Internet: eine linguistische Korpusanalyse zu den Tradierungsformen aktueller Judenfeindschaft im www“

–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–