Aktuelles

Entschwörungstheorie

Donnerstag, 23. Mai 2019, 19.30 Uhr, Brauerei Fuchsbeck
92237 Sulzbach-Rosenberg, Hagtor 1

Entschwörungstheorie. Niemand regiert die Welt! – Vortrag und Diskussion mit Daniel Kulla

Daniel Kulla wirft in seinem Vortrag „Entschwörungstheorie“ einen kritischen Blick auf die Verbreitungsweise moderner Verschwörungstheorien, die in der Gegenwart zunehmend auch von etablierten Autoritäten aus Wissenschaft und Politik vertreten werden. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Unterscheidung zwischen offenem und geschlossenem Verschwörungsdenken.

Während sich ersteres durch offene Fragestellungen und die Beschäftigung mit der Realität von Verschwörungen auszeichnet, etwa dem Wirken von Geheimdiensten, präsentiert sich letzteres immer als geschlossene Ideologie. In dieser stehen die Antworten auf die Fragen bereits vorher fest. Durch sie werden Vorverurteilungen, Opfer- und Feindmarkierungen vorgenommen, die in letzter Konsequenz Grundlage für die Politik von Ausschluss, Verfolgung und Massenmord sind.

Der Begriff „Entschwörungstheorie“ ist schließlich auch als ironisches Label zu verstehen, geht es dem Referenten doch keinesfalls darum, sämtliche derzeit kursierenden Verschwörungstheorien zu widerlegen, sondern vielmehr darum, deren Funktionsweise offenzulegen und einer kritischen Diskussion zu unterziehen.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom ver.di Ortsverein Sulzbach-Rosenberg (Medien) sowie der ver.di Jugend Oberpfalz.

Mehr Informationen zum Referenten und zum Thema:
https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Kulla
https://www.classless.org/contact/vortrag-entschworungstheorie/

<<<Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. >>>

Audiomitschnitt: Factually – Pop und Subversion im Werk der Pet Shop Boys

Buchpräsentation und Diskussion mit Jan-Niklas Jäger

Seit über 30 Jahren zeigt die britische Popgruppe Pet Shop Boys, dass sich kommerzieller Erfolg und ein kritisch-subversives Verständnis von Popkultur nicht ausschließen müssen. Jan-Niklas Jäger wirft in seinem Vortrag einen genauen Blick auf die Band, die schon mit ihrer ersten Single, dem Welthit »West End Girls«, Klassenunterschiede thematisierte und seitdem nicht aufgehört hat, ein komplexes Gesellschaftsbild mithilfe der auf Simplizität beruhenden Kunstform des Pop-Songs zu zeichnen. Er analysiert ihr Werk vom großen Hit bis zur B-Seite, berücksichtigt dabei Ikonographie und Live-Auftritte und zeigt auf, wie Popmusik auch fern vom Idealismus der 1968er-Generation, dem Destruktionswillen des Punk und der moralisierenden Predigten von Bands wie U2 einem kritischen Anspruch gerecht werden kann.

Wie die Songs der Band selbst beschäftigt sich Jan-Niklas Jäger in seinem neuen Buch „Facutally. Pet Shop Boys in Theorie und Praxis“ (Ventil Verlag) mit sozialer Geschichte, sexueller Identität, Clubkultur im Besonderen und Popkultur im Allgemeinen. Es liest sich gleichzeitig als leidenschaftliches Bekenntnis zu den Prinzipien des Pop und als tiefgehende Analyse derselben und vereint damit genau die beiden Qualitäten, durch die die Pet Shop Boys zu solch einem einzigartigen Pop-Phänomen werden konnten.

Jan-Niklas Jäger studierte Online-Journalismus in Darmstadt sowie Amerikanistik und Philosophie in Mainz. Er schreibt für die »Spex« und »testcard«. Zuletzt übersetzte er für den Ventil Verlag Simon Reynolds‘ »GLAM: Glitter Rock und Art Pop von den Siebzigern bis ins 21. Jahrhundert« ins Deutsche.

Aufgezeichnet am Donnerstag, 04. April, 19.30 Uhr, in der Buchhandlung Volkert

Audiomitschnitt: Schön, dass uns die Arbeit ausgeht

Ein Plädoyer für massive Arbeitszeitverkürzung – Veranstaltung mit Lothar Galow-Bergemann

Wenn ältere Leute davon erzählen, dass es einmal so etwas wie Vollbeschäftigung gab und die Aussicht, sich durch Arbeit lebenslang seinen Unterhalt zu sichern, so klingt das wie aus einer fernen, längst vergangenen Zeit. Opas Welt kehrt in der Tat nicht wieder. Seit langem schmelzen sichere Arbeitsplätze wie Schnee an der Sonne und in den kommenden 20 Jahren wird jeder zweite Job in Europa und den USA verschwinden, weil künstliche Intelligenz und Roboter das viel besser und billiger können. Aber warum macht uns das eigentlich Angst? Es wäre doch Freude angesagt. Schließlich träumen Menschen seit Jahrtausenden davon, ihr Leben mit Angenehmerem verbringen zu können als ausgerechnet mit Arbeit. Doch nur den wenigsten war es vergönnt, dem Zwang zu lebenslanger Schufterei zu entfliehen. Das Schöne ist, dass das heute alle könnten. Denn Technologie und Wissenschaft ermöglichen uns, mit immer weniger Arbeit immer mehr Reichtum zu schaffen. Doch ausgerechnet jetzt sollen wir immer länger arbeiten. Gehören wir zu den nicht mehr ganz Jungen, bekommen wir – vielleicht – einmal mit 67 oder 70 eine Rente, die immer weniger ausreichen wird. Gehören wir zu den ganz Jungen, so ahnen wir, dass wir nie eine sehen werden.

Der einzige Grund, warum wir Angst haben müssen vor dem Verschwinden der Arbeit: Die Wirtschaft, von der wir abhängen, ist verrückt organisiert. Massive Arbeitszeitverkürzung für alle ist das Gebot der Stunde. Nach Jahrzehnten weitgehenden Stillstands kommt erfreulicherweise wieder etwas Bewegung in die gewerkschaftliche Arbeitszeitdebatte. Doch selbst die 30-Stundenwoche wäre keine adäquate Antwort auf die Herausforderungen. In scharfem Gegensatz zum herrschenden Diskurs muss der Kampf um Arbeitszeitverkürzung in völlig neuer Dimension gedacht und in eine breite gesellschaftliche Bewegung transformiert werden. Voraussetzung dafür ist jedoch der Ausbruch aus einem Gedankengefängnis: Das Hamsterrad des „Arbeiten-gehen-müssen-um-Geld-zu-verdienen-weil-wir-sonst-nicht-leben-können“ garantiert uns keine gute Zukunft.


Lothar Galow-Bergemann war freigestellter Personalrat in zwei Großkliniken, heute schreibt er u.a. für Konkret, Jungle World und auf www.emafrie.de.

Aufgezeichnet am Mittwoch, 16.01.2019 in der Buchhandlung Volkert

Factually

Donnerstag, 04. April 2019, 19.30 Uhr, Buchhandlung Volkert
92237 Sulzbach-Rosenberg, Neustadt 6

Factually. Pop und Subversion im Werk der Pet Shop Boys
Buchpräsentation und Diskussion mit Jan-Niklas Jäger

Seit über 30 Jahren zeigt die britische Popgruppe Pet Shop Boys, dass sich kommerzieller Erfolg und ein kritisch-subversives Verständnis von Popkultur nicht ausschließen müssen. Jan-Niklas Jäger wirft in seinem Vortrag einen genauen Blick auf die Band, die schon mit ihrer ersten Single, dem Welthit »West End Girls«, Klassenunterschiede thematisierte und seitdem nicht aufgehört hat, ein komplexes Gesellschaftsbild mithilfe der auf Simplizität beruhenden Kunstform des Pop-Songs zu zeichnen. Er analysiert ihr Werk vom großen Hit bis zur B-Seite, berücksichtigt dabei Ikonographie und Live-Auftritte und zeigt auf, wie Popmusik auch fern vom Idealismus der 1968er-Generation, dem Destruktionswillen des Punk und der moralisierenden Predigten von Bands wie U2 einem kritischen Anspruch gerecht werden kann.

Wie die Songs der Band selbst beschäftigt sich Jan-Niklas Jäger in seinem neuen Buch „Facutally. Pet Shop Boys in Theorie und Praxis“ (Ventil Verlag) mit sozialer Geschichte, sexueller Identität, Clubkultur im Besonderen und Popkultur im Allgemeinen. Es liest sich gleichzeitig als leidenschaftliches Bekenntnis zu den Prinzipien des Pop und als tiefgehende Analyse derselben und vereint damit genau die beiden Qualitäten, durch die die Pet Shop Boys zu solch einem einzigartigen Pop-Phänomen werden konnten.

Jan-Niklas Jäger studierte Online-Journalismus in Darmstadt sowie Amerikanistik und Philosophie in Mainz. Er schreibt für die »Spex« und »testcard«. Zuletzt übersetzte er für den Ventil Verlag Simon Reynolds‘ »GLAM: Glitter Rock und Art Pop von den Siebzigern bis ins 21. Jahrhundert« ins Deutsche.

Veranstalter: Verein für Politik und Kunst – PunK e.V., Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung/Rosa Luxemburg Stiftung Bayern

Flucht nach Europa

Donnerstag, 21. Februar 2019, 19.30 Uhr, Capitol _Bild & Bühne
92237 Sulzbach-Rosenberg, Bayreuther Str. 4

Fotovortrag mit Erik Marquardt

Europa erlebt seit 2015 keine »Flüchtlingskrise« sondern eine Krise der Menschlichkeit. Die EU – ein Bund aus 28 Staaten, mit insgesamt 510 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von rund 15 Billionen Euro – ist 2015 nicht wegen einer Million Schutzsuchender in die so genannte »Flüchtlingskrise« geraten – sondern aufgrund des Erstarkens von nationalistischen und rassistischen Tendenzen. Seitdem wird die Abschottung Europas vorangetrieben und immer mehr Menschen sterben an den europäischen Außengrenzen. Die Rechte der geflüchteten Menschen spielen in der Debatte dabei immer weniger eine Rolle. Sie drohen mehr und mehr der Gleichgültigkeit anheim zu fallen – dabei entspricht es dem Selbstverständnis und der Pflicht der Staatengemeinschaft Europas, das Recht auf Leben eines jeden Menschen zu schützen. Dazu gehört auch die Seenotrettung.

In seinem Fotovortrag schildert Erik Marquardt die Situation in Afghanistan als einem der größten Herkunftsländer von Geflüchteten und geht auf die Fluchtrouten über das zentrale Mittelmeer und die Balkanroute ein. Warum fliehen Menschen aus Afghanistan? Wie ist die Situation dort und auf den Fluchtrouten? Warum setzen sich so viele Menschen auf seeuntüchtige Boote? Stimmen die Vorwürfe gegen die NGOs?

Erik Marquardt ist Fotograf und steht auf Platz 8 der grünen Liste für die Europawahl im Mai. Er war mehrfach auf den Fluchtrouten über den Balkan unterwegs und hat als Fotograf die Situation eindrücklich festgehalten. Anfang 2017 war er in Afghanistan und hat dort die Sicherheitslage und die Situation der Geflüchteten dokumentiert. Zudem war er selbst mehrfach mit sea-eye und Sea-Watch als Seenotretter auf dem Mittelmeer im Einsatz.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte, der ver.di Jugend Oberpfalz sowie dem Ortsverein von Bündnis 90/ Die Grünen Sulzbach-Rosenberg.

Spendenvorschlag: 5 Euro + X (für die Veranstaltungskosten und sea-eye)