Aktuelles

Factually

Donnerstag, 04. April 2019, 19.30 Uhr, Buchhandlung Volkert
92237 Sulzbach-Rosenberg, Neustadt 6

Factually. Pop und Subversion im Werk der Pet Shop Boys
Buchpräsentation und Diskussion mit Jan-Niklas Jäger

Seit über 30 Jahren zeigt die britische Popgruppe Pet Shop Boys, dass sich kommerzieller Erfolg und ein kritisch-subversives Verständnis von Popkultur nicht ausschließen müssen. Jan-Niklas Jäger wirft in seinem Vortrag einen genauen Blick auf die Band, die schon mit ihrer ersten Single, dem Welthit »West End Girls«, Klassenunterschiede thematisierte und seitdem nicht aufgehört hat, ein komplexes Gesellschaftsbild mithilfe der auf Simplizität beruhenden Kunstform des Pop-Songs zu zeichnen. Er analysiert ihr Werk vom großen Hit bis zur B-Seite, berücksichtigt dabei Ikonographie und Live-Auftritte und zeigt auf, wie Popmusik auch fern vom Idealismus der 1968er-Generation, dem Destruktionswillen des Punk und der moralisierenden Predigten von Bands wie U2 einem kritischen Anspruch gerecht werden kann.

Wie die Songs der Band selbst beschäftigt sich Jan-Niklas Jäger in seinem neuen Buch „Facutally. Pet Shop Boys in Theorie und Praxis“ (Ventil Verlag) mit sozialer Geschichte, sexueller Identität, Clubkultur im Besonderen und Popkultur im Allgemeinen. Es liest sich gleichzeitig als leidenschaftliches Bekenntnis zu den Prinzipien des Pop und als tiefgehende Analyse derselben und vereint damit genau die beiden Qualitäten, durch die die Pet Shop Boys zu solch einem einzigartigen Pop-Phänomen werden konnten.

Jan-Niklas Jäger studierte Online-Journalismus in Darmstadt sowie Amerikanistik und Philosophie in Mainz. Er schreibt für die »Spex« und »testcard«. Zuletzt übersetzte er für den Ventil Verlag Simon Reynolds‘ »GLAM: Glitter Rock und Art Pop von den Siebzigern bis ins 21. Jahrhundert« ins Deutsche.

Veranstalter: Verein für Politik und Kunst – PunK e.V., Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung/Rosa Luxemburg Stiftung Bayern

Flucht nach Europa

Donnerstag, 21. Februar 2019, 19.30 Uhr, Capitol _Bild & Bühne
92237 Sulzbach-Rosenberg, Bayreuther Str. 4

Fotovortrag mit Erik Marquardt

Europa erlebt seit 2015 keine »Flüchtlingskrise« sondern eine Krise der Menschlichkeit. Die EU – ein Bund aus 28 Staaten, mit insgesamt 510 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von rund 15 Billionen Euro – ist 2015 nicht wegen einer Million Schutzsuchender in die so genannte »Flüchtlingskrise« geraten – sondern aufgrund des Erstarkens von nationalistischen und rassistischen Tendenzen. Seitdem wird die Abschottung Europas vorangetrieben und immer mehr Menschen sterben an den europäischen Außengrenzen. Die Rechte der geflüchteten Menschen spielen in der Debatte dabei immer weniger eine Rolle. Sie drohen mehr und mehr der Gleichgültigkeit anheim zu fallen – dabei entspricht es dem Selbstverständnis und der Pflicht der Staatengemeinschaft Europas, das Recht auf Leben eines jeden Menschen zu schützen. Dazu gehört auch die Seenotrettung.

In seinem Fotovortrag schildert Erik Marquardt die Situation in Afghanistan als einem der größten Herkunftsländer von Geflüchteten und geht auf die Fluchtrouten über das zentrale Mittelmeer und die Balkanroute ein. Warum fliehen Menschen aus Afghanistan? Wie ist die Situation dort und auf den Fluchtrouten? Warum setzen sich so viele Menschen auf seeuntüchtige Boote? Stimmen die Vorwürfe gegen die NGOs?

Erik Marquardt ist Fotograf und steht auf Platz 8 der grünen Liste für die Europawahl im Mai. Er war mehrfach auf den Fluchtrouten über den Balkan unterwegs und hat als Fotograf die Situation eindrücklich festgehalten. Anfang 2017 war er in Afghanistan und hat dort die Sicherheitslage und die Situation der Geflüchteten dokumentiert. Zudem war er selbst mehrfach mit sea-eye und Sea-Watch als Seenotretter auf dem Mittelmeer im Einsatz.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte, der ver.di Jugend Oberpfalz sowie dem Ortsverein von Bündnis 90/ Die Grünen Sulzbach-Rosenberg.

Spendenvorschlag: 5 Euro + X (für die Veranstaltungskosten und sea-eye)

Audiomitschnitt: Revolution und Weiblichkeit um 1918. Das Private wird politisch (27.11.2018)

Vortrag von Dr. Kathrin Schödel

Der Zusammenhang zwischen Revolution und Weiblichkeit ist kein nebensächlicher, sondern er betrifft ein zentrales Moment revolutionärer Veränderung: die Frage nach der Aufteilung der sozialen Welt, nach der  Abgrenzung zwischen Öffentlichem und Privatem, zwischen Ökonomie und Politik wie auch zwischen Produktion und Reproduktion (Haus- und Familienarbeit).

Kathrin Schödel diskutiert verschiedene Ansätze revolutionärer Politik um 1918 mit Blick auf die Verbindung zwischen politischer und sozialer Revolution und Geschlechterverhältnissen und fragt nach Anknüpfungsmöglichkeiten für heutige linke Politik.

 

Aufgezeichnet am Dienstag, 27. November 2018, 19.30 Uhr, im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg.

Eine Veranstaltung von PunK e.V. – Verein für Politik und Kunst und dem Kurt-Eisner-Verein.

Schön, dass uns die Arbeit ausgeht

Mittwoch, 16. Januar 2019, 19.30 Uhr, Buchhandlung Volkert
92237 Sulzbach-Rosenberg, Neustadt 6

Ein Plädoyer für massive Arbeitszeitverkürzung – Veranstaltung mit Lothar Galow-Bergemann

Wenn ältere Leute davon erzählen, dass es einmal so etwas wie Vollbeschäftigung gab und die Aussicht, sich durch Arbeit lebenslang seinen Unterhalt zu sichern, so klingt das wie aus einer fernen, längst vergangenen Zeit. Opas Welt kehrt in der Tat nicht wieder. Seit langem schmelzen sichere Arbeitsplätze wie Schnee an der Sonne und in den kommenden 20 Jahren wird jeder zweite Job in Europa und den USA verschwinden, weil künstliche Intelligenz und Roboter das viel besser und billiger können. Aber warum macht uns das eigentlich Angst? Es wäre doch Freude angesagt. Schließlich träumen Menschen seit Jahrtausenden davon, ihr Leben mit Angenehmerem verbringen zu können als ausgerechnet mit Arbeit. Doch nur den wenigsten war es vergönnt, dem Zwang zu lebenslanger Schufterei zu entfliehen. Das Schöne ist, dass das heute alle könnten. Denn Technologie und Wissenschaft ermöglichen uns, mit immer weniger Arbeit immer mehr Reichtum zu schaffen. Doch ausgerechnet jetzt sollen wir immer länger arbeiten. Gehören wir zu den nicht mehr ganz Jungen, bekommen wir – vielleicht – einmal mit 67 oder 70 eine Rente, die immer weniger ausreichen wird. Gehören wir zu den ganz Jungen, so ahnen wir, dass wir nie eine sehen werden.

Der einzige Grund, warum wir Angst haben müssen vor dem Verschwinden der Arbeit: Die Wirtschaft, von der wir abhängen, ist verrückt organisiert. Massive Arbeitszeitverkürzung für alle ist das Gebot der Stunde. Nach Jahrzehnten weitgehenden Stillstands kommt erfreulicherweise wieder etwas Bewegung in die gewerkschaftliche Arbeitszeitdebatte. Doch selbst die 30-Stundenwoche wäre keine adäquate Antwort auf die Herausforderungen. In scharfem Gegensatz zum herrschenden Diskurs muss der Kampf um Arbeitszeitverkürzung in völlig neuer Dimension gedacht und in eine breite gesellschaftliche Bewegung transformiert werden. Voraussetzung dafür ist jedoch der Ausbruch aus einem Gedankengefängnis: Das Hamsterrad des „Arbeiten-gehen-müssen-um-Geld-zu-verdienen-weil-wir-sonst-nicht-leben-können“ garantiert uns keine gute Zukunft.


Lothar Galow-Bergemann war freigestellter Personalrat in zwei Großkliniken, heute schreibt er u.a. für Konkret, Jungle World und auf www.emafrie.de.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom ver.di OV Medien und der ver.di Jugend Oberpfalz

Revolution und Weiblichkeit um 1918: Das Private wird politisch

Dienstag, 27. November 2018, 19.30 Uhr, Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg
92237 Sulzbach-Rosenberg, Rosenberger Str. 9

Vortrag von Dr. Kathrin Schödel

Der Zusammenhang zwischen Revolution und Weiblichkeit ist kein nebensächlicher, sondern er betrifft ein zentrales Moment revolutionärer Veränderung: die Frage nach der Aufteilung der sozialen Welt, nach der  Abgrenzung zwischen Öffentlichem und Privatem, zwischen Ökonomie und Politik wie auch zwischen Produktion und Reproduktion (Haus- und Familienarbeit).

Der Vortrag will verschiedene Ansätze revolutionärer Politik um 1918 mit Blick auf die Verbindung zwischen politischer und sozialer Revolution und Geschlechterverhältnissen diskutieren und nach Anknüpfungsmöglichkeiten für heutige linke Politik fragen.


Mitveranstalter: Kurt-Eisner-Verein/Rosa-Luxemburg-Stiftung
Bayern (https://by.rosalux.de)