Aktuelles

Pflegen wie am Fließband?

17. Oktober 2022, 19.00 Uhr, Capitol – Bild&Bühne, Bayreuther Str. 4, 92237 Sulzbach-Rosenberg

Vortrag und Diskussion mit Bettina Rödig

Der »Pflegenotstand« und die Missstände im Gesundheitssystem sind spätestens seit der Corona-Pandemie ins allgemeine Bewusstsein gerückt. Gerade die katastrophalen Folgen der umfassenden Ökonomisierung der Gesundheitsversorgung sind unübersehbar. – Wie kam es dazu?

Die Veranstaltung zeichnet nach, welche gravierenden Folgen das in Deutschland 2003 eingeführte System der Fallpauschalen (DRGs) hatte. Dieses richtet die Krankenhäuser rein nach wirtschaftlichen Kriterien aus und steht einer bedarfsgerechten Versorgung entgegen. Neben dem historischen Kontext der Ökonomisierung will die Veranstaltung auch weitere Gründe des Personalmangels in den Blick nehmen. Dabei spielen auch patriarchale Geschlechterverhältnisse in der Sorgearbeit eine herausragende Rolle.

Bettina Rödig arbeitet als Kinderkrankenpflegerin und Betriebsrätin. Sie ist aktive Gewerkschafterin und Mitglied im Landesvorstand von ver.di Bayern.

DIE VERANSTALTUNGSREIHE FINDET IN KOOPERATION MIT DEM KURT-EISNER-VEREIN FÜR POLITISCHE
BILDUNG IN BAYERN E.V., DER ROSA-LUXEMBURG-STIFTUNG UND DER PETRA-KELLY-STIFTUNG STATT.

–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–

Exkursion zur ehemaligen kommunistischen Höhlendruckerei in der Fränkischen Schweiz

24. September 2022, 13.30 Uhr, Treffpunkt TSV Königstein Sportplatz
92281 Königstein, Neuhauser Str. 40

Kurz bevor die Nationalsozialisten im Februar 1933 die KPD verbieten, schaffen Parteimitglieder eine Druckmaschine in die Nürnberger Gartenstadt, ein traditionelles Arbeiterviertel. Die Mechanik ist so laut, dass die Kommunisten nach kurzer Zeit aufhören. Zu groß ist die Gefahr, entdeckt zu werden.
Die KPD beauftragt den
Widerstandskämpfer Ludwig Göhring, die Widerstandsblätter von nun an unter Tage zu drucken. Eine Höhle in der fränkischen Schweiz wird so für kurze Zeit zur „Untergrund“-Druckerei. Dann holt der Terror der Nazis die jungen Leute ein. Mitten im fränkischen Kletterparadies Veldensteiner Forst liegt die Höhle, in der Ludwig Göhring im Auftrag der KPD bis August 1933 Flugblätter gedruckt hat.

Die Wanderung ist 9km lang und dauert ca. 3 Stunden.

Daniel Söhnlein ist Softwareentwickler und leidenschaftlicher Wanderer und Bergsteiger. 

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–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–

Gefühlte Wahrheit

Verschwörungsdenken, Antisemitismus und ihr affektiver Gehalt

21. Juli 2022, 19.00 Uhr

Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V.
Literaturhaus Oberpfalz
Rosenberger Straße 9

92237 Sulzbach-Rosenberg

Vortrag und Diskussion mit Markus Weiß 

Vor allem dann, wenn das gesellschaftliche Leben durch Krisen, Katastrophen oder ähnliche einschneidende Ereignisse ins Wanken gerät, nimmt die Verbreitung von Verschwörungsfantasien und mit ihnen auch die Artikulation antisemitischer Ressentiments zu. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie lässt sich dieses Phänomen bei »Querdenken«-Demonstrationen, in den Sozialen Medien oder in einschlägigen »Bewegungsmedien« seit Anbeginn nachverfolgen.
Der Vortrag beschäftigt sich daher im Kontext der Corona-Pandemie mit den Äußerungsformen sowie der Ursache und Funktion von Verschwörungsdenken, mit dessen Schnittstellen zum Antisemitismus und mit der Frage nach Emotionen und Affekten im verschwörungsideologischen und antisemitischen Denken.

Markus Weiß ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin und hat Kultur-, Sprach- und Kognitionswissenschaften studiert.

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–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–

»1945 – Als die Amerikaner die Lager entdeckten«

27. Juni 2022, 19.00 Uhr, Capitol – Bild&Bühne, Bayreuther Str. 4, 92237 Sulzbach-Rosenberg

Buchvorstellung und Diskussion mit Alexander Carstiuc

Buchenwald, Dachau, Bergen-Belsen… Die Entdeckung der nationalsozialistischen Konzentrationslager durch die Alliierten im April und Mai 1945 erfolgte zufällig während des Vormarschs der Truppen. Die Befreiung der Häftlinge war kein erklärtes Kriegsziel und deshalb nicht geplant. In jedem Lager fanden die Alliierten die ausgezehrten Körper der Überlebenden und die von den Nazis hinterlassenen Leichenberge.
Zwei Kriegskorrespondenten gehörten zu den ersten, die die nationalsozialistischen Konzentrationslager betraten: Der US-amerikanische Schriftsteller und Journalist Meyer Levin und der französische Fotograf der Nachrichtenagentur AFP Éric Schwab. Beide folgten in einem Jeep der Vorhut der US-Armee und beide befanden sich auf der Suche: Der erste suchte das, was von der jüdischen Welt übrig geblieben war, der zweite suchte seine deportierte Mutter. Was sie vorfanden, zerstörte all ihre Hoffnungen, aber sie dokumentierten die ersten Momente der Entdeckung jenes Verbrechens, dessen Schockwellen die Welt erschüttert haben. Das Buch der französischen Holocaust-Forscherin Annette Wieviorka, das über die Suche von Meyer Levin und Éric Schwab berichtet, liegt in der Übersetzung von Alexander Carstiuc, Janina Reichmann und Jonas Empen nun erstmals in deutscher Sprache vor.

Alexander Carstiuc arbeitet als Historiker und Übersetzer in Berlin.

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»Die modernen Wanderarbeiter*innen«

Arbeitsmigrant*innen im Kampf um ihre Rechte

23. Mai 2022, 19.00 Uhr, Capitol – Bild&Bühne, Bayreuther Str. 4, 92237 Sulzbach-Rosenberg

Buchvorstellung und Diskussion mit Kathrin Birner und Stefan Dietl

Sie arbeiten in Schlachthöfen, in der Pflege, auf dem Bau, in der Logistikbranche oder der Landwirtschaft, aber auch im industriellen Sektor. Ihre Ausbeutung bildet zunehmend die Grundlage des deutschen Exportmodells: zeitlich befristete Arbeitsmigrant*innen, die regelmäßig für einige Wochen oder Monate ihre Heimat verlassen, um in Deutschland zu arbeiten. Obwohl sie überall präsent sind, bleiben sie gesellschaftlich meist unsichtbar. Die Arbeit dieser modernen
Wanderarbeiter*innen ist gekennzeichnet durch lebensgefährliche Arbeitsbedingungen, systematischen Lohnraub und die
Umgehung arbeitsrechtlicher Normen.
 
Kathrin Birner und Stefan Dietl beschreiben in ihrem Buch »Die modernen Wanderarbeiter*innen« eindringlich die prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse und den Alltag von
Arbeitsmigrant*innen in Deutschland. Daneben beschäftigen sie sich mit dem Widerstand der Betroffenen, berichten von Baustellenbesetzungen, Streiks oder Demonstrationen und skizzieren die Ansätze der Organisierung von Wanderarbeiter*innen im Kampf für ihre Rechte.

Kathrin Birner arbeitet als Gewerkschaftssekretärin und ist im Netzwerk der Global Labour University aktiv. Stefan Dietl ist Vorsitzender des ver.di Bezirks Oberpfalz und schreibt u.a. für Jungle World und konkret.

DIE VERANSTALTUNGSREIHE FINDET IN KOOPERATION MIT DEM KURT-EISNER-VEREIN FÜR POLITISCHE
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–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–