29. Oktober 2026, 19.00 Uhr, Ehemalige Synagoge, Synagogenstraße 9, 92237 Sulzbach-Rosenberg
Vortrag von Prof. Dr. Lars Rensmann
Die extreme Rechte hat seit jeher ein Problem mit der liberalen Demokratie. Verbunden ist diese Ablehnung nicht nur mit Nationalismus und Verschwörungsideologien, sondern auch mit Antisemitismus. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmungen trifft das auch auf die AfD zu, die sich zur deutschen Parteienvertretung einer autoritär-nationalistischen »Gegenrevolution« entwickelt hat.
In der Partei und unter ihren Wähler*innen nehmen trotz anderslautenden Lippenbekenntnissen Israelfeindschaft, Holocaustrelativierung, antisemitisches Verschwörungsdenken und judenfeindliche Bilder einen prominenten Platz ein. Die Konstruktion einer »korrupten globalisierten Elite« und das Feindbild einer imaginierten liberalen globalistischen Weltregierung, die hinter sämtlichen Krisen und einem »großen Bevölkerungsaustausch« stünde, gehören fest zur von der AfD mobilisierten Vorstellungswelt, an die sich die Idee von der jüdischen oder »talmudistischen« Weltverschwörung anschließen kann.
Prof. Dr. Lars Rensmann war er von 2016 bis 2022 Professor für Europäische Politikund Gesellschaft an der Rijksuniversiteit Groningen (Niederlande) und leitete dasdortige Research Centre for the Study of Democratic Cultures and Politics. Seit 2022ist er Professor für Politikwissenschaft an der Universität Passau. Er war mehrmalsSachverständiger im Deutschen Bundestag und leitet gemeinsam mit Karin Stögnerdas Forschungsprojekt „Antisemitische Verschwörungsmythen und Krisendiskurse imRechtsextremismus“ im Rahmen des Bayerischen Forschungsverbunds ForGeRex.Zuletzt erschien seine vielbeachtete Monographie „Politischer Antisemitismus impostfaktischen Zeitalter“
