Gefühlte Wahrheit

Verschwörungsdenken, Antisemitismus und ihr affektiver Gehalt

21. Juli 2022, 19.00 Uhr, Capitol – Bild&Bühne, Bayreuther Str. 4, 92237 Sulzbach-Rosenberg

Vortrag und Diskussion mit Markus Weiß 

Vor allem dann, wenn das gesellschaftliche Leben durch Krisen, Katastrophen oder ähnliche einschneidende Ereignisse ins Wanken gerät, nimmt die Verbreitung von Verschwörungsfantasien und mit ihnen auch die Artikulation antisemitischer Ressentiments zu. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie lässt sich dieses Phänomen bei »Querdenken«-Demonstrationen, in den Sozialen Medien oder in einschlägigen »Bewegungsmedien« seit Anbeginn nachverfolgen.
Der Vortrag beschäftigt sich daher im Kontext der Corona-Pandemie mit den Äußerungsformen sowie der Ursache und Funktion von Verschwörungsdenken, mit dessen Schnittstellen zum Antisemitismus und mit der Frage nach Emotionen und Affekten im verschwörungsideologischen und antisemitischen Denken.

Markus Weiß ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin und hat Kultur-, Sprach- und Kognitionswissenschaften studiert.

DIE VERANSTALTUNGSREIHE FINDET IN KOOPERATION MIT DEM KURT-EISNER-VEREIN FÜR POLITISCHE
BILDUNG IN BAYERN E.V., DER ROSA-LUXEMBURG-STIFTUNG UND DER PETRA-KELLY-STIFTUNG STATT.

–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–

»1945 – Als die Amerikaner die Lager entdeckten«

27. Juni 2022, 19.00 Uhr, Capitol – Bild&Bühne, Bayreuther Str. 4, 92237 Sulzbach-Rosenberg

Buchvorstellung und Diskussion mit Alexander Carstiuc

Buchenwald, Dachau, Bergen-Belsen… Die Entdeckung der nationalsozialistischen Konzentrationslager durch die Alliierten im April und Mai 1945 erfolgte zufällig während des Vormarschs der Truppen. Die Befreiung der Häftlinge war kein erklärtes Kriegsziel und deshalb nicht geplant. In jedem Lager fanden die Alliierten die ausgezehrten Körper der Überlebenden und die von den Nazis hinterlassenen Leichenberge.
Zwei Kriegskorrespondenten gehörten zu den ersten, die die nationalsozialistischen Konzentrationslager betraten: Der US-amerikanische Schriftsteller und Journalist Meyer Levin und der französische Fotograf der Nachrichtenagentur AFP Éric Schwab. Beide folgten in einem Jeep der Vorhut der US-Armee und beide befanden sich auf der Suche: Der erste suchte das, was von der jüdischen Welt übrig geblieben war, der zweite suchte seine deportierte Mutter. Was sie vorfanden, zerstörte all ihre Hoffnungen, aber sie dokumentierten die ersten Momente der Entdeckung jenes Verbrechens, dessen Schockwellen die Welt erschüttert haben. Das Buch der französischen Holocaust-Forscherin Annette Wieviorka, das über die Suche von Meyer Levin und Éric Schwab berichtet, liegt in der Übersetzung von Alexander Carstiuc, Janina Reichmann und Jonas Empen nun erstmals in deutscher Sprache vor.

Alexander Carstiuc arbeitet als Historiker und Übersetzer in Berlin.

DIE VERANSTALTUNGSREIHE FINDET IN KOOPERATION MIT DEM KURT-EISNER-VEREIN FÜR POLITISCHE
BILDUNG IN BAYERN E.V., DER ROSA-LUXEMBURG-STIFTUNG UND DER PETRA-KELLY-STIFTUNG STATT.

–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–

Antisemitismus 2.0 – Judenhass im Internet (Onlineveranstaltung)

Freitag, 13. November 2020, 19.00 Uhr, Onlineveranstaltung

Vortrag und Diskussion mit Markus Weiß

Antisemitismus als irrationales Weltdeutungssystem wird durch Sprache ständig reproduziert und tradiert. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, welche Manifestationsformen von Judenhass sich dabei erkennen lassen, wie uralte judeophobe Stereotype sich an aktuelle Ereignisse anpassen und welche besondere Rolle das Internet bei der Verbreitung von Antisemitismen hat.

Markus Weiß ist Sprachwissenschaftler. Er arbeitet an der Technischen Universität Berlin im DFG-Projekt: „Verbal-Antisemitismen im Internet: eine linguistische Korpusanalyse zu den Tradierungsformen aktueller Judenfeindschaft im www“

–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–

Zoom-Meeting beitreten via Browser: https://us02web.zoom.us/wc/join/89502995539Zugang über Zoom App: Meeting-ID = 895 0299 5539

Antisemitisches Verschwörungsdenken und HipHop-Kultur

Freitag, 16. Oktober 2020, 19.00 Uhr, Kettelerhaus
92237 Sulzbach-Rosenberg, Kettelerstraße 21

Vortrag und Diskussion mit Dr. Annette Seidel-Arpacı

Während der letzten Monate waren immer wieder Rapper aus den USA und aus UK mit antisemitischen Äußerungen in den Schlagzeilen. Und nicht erst seit der Echo-Verleihung an Kollegah und Farid Bang ist Antisemitismus im (Deutsch-)Rap ein Thema; immer wieder wird mit antisemitischen Stereotypen kokettiert. Regelmäßig werden entsprechende Passagen dann mit genretypischen Provokationen von den KünstlerInnen abgetan. So einfach läßt sich das aber nicht abhandeln. Annette Seidel-Arpaci wird über das tiefergehendere Problem mit Antisemitismus in der HipHop-Kultur sprechen und entlang der US-Entstehungsgeschichte von HipHop und an konkreten Beispielen aufzeigen, dass und auf welche Weise antisemitische Verschwörungsfantasien von Anfang an Eingang in HipHop-Kultur und Rap fanden.

Annette Seidel-Arpacı, Dr. phil., hat an der University of Bradford und der University of Leeds studiert und promovierte in Leeds in Jewish Studies mit einer Arbeit zu Shoah-Erinnerung, Rassismus und Antisemitismus im renationalisierten Deutschland. Auch aus Leidenschaft forscht sie zu Rap und Hip-Hop und leitet zudem seit Januar 2019 die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Bayern. Ich freue mich schon sehr auf die Diskussion.

–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–

Of frogs and men – Zur Geschlechterideologie der Alt-Right

Dienstag, 04. Februar 2020, 19.30 Uhr, Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg
92237 Sulzbach-Rosenberg, Rosenberger Str. 9

Vortrag und Diskussion mit Veronika Kracher

Das Geschlechterbild der Neuen Rechten artikuliert sich in der Aufwertung weißer Männlichkeit durch die permanente Abwertung des Nicht-Männlichen, als auch des vermeintlich Fremden.
Antisemitismus, Rassismus und Antifeminismus treten hier nicht zufällig zusammen auf, sondern bedingen sich gegenseitig in dem Versuch einer verschwörungsideologischen Welterklärung, die im Vortrag mit einem besonderen Fokus auf die amerikanische Alt-Right analysiert wird.

Veronika Kracher ist freie Publizistin und Referentin mit den Themenschwerpunkten Feminismus, Antisemitismus, Alt-Right und Incels.

Eine Veranstaltung des Kurt-Eisner-Vereins in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung.

–Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.–